
Simulcast
glossary.categories.technicalTechnik, bei der mehrere Versionen eines Videostreams in verschiedenen Qualitätsstufen gleichzeitig gesendet werden.
Was ist Simulcast?
Simulcast ist eine WebRTC-Technik, bei der ein Sender gleichzeitig mehrere Versionen seines Videostreams in verschiedenen Qualitätsstufen (Auflösung und/oder Bildrate) kodiert und sendet. Typischerweise werden drei Schichten erzeugt: Hoch (z. B. 720p), Mittel (z. B. 360p) und Niedrig (z. B. 180p).
Ein SFU-Server empfängt alle Schichten und leitet selektiv die passende Schicht an jeden Empfänger weiter – basierend auf dessen verfügbarer Bandbreite, Bildschirmgröße und anderen Faktoren. Ein Teilnehmer mit schneller Verbindung erhält die hohe Qualität; ein Teilnehmer auf dem Mobiltelefon mit schwachem Netz erhält die niedrige Qualität.
Simulcast vs. Adaptive Bitrate
- Simulcast: Der Sender kodiert mehrere Streams. Der SFU wählt den passenden für jeden Empfänger. Ideal für Gruppenanrufe über SFU.
- ABR: Der Sender kodiert einen einzelnen Stream und passt dessen Qualität basierend auf Empfänger-Feedback an. Ideal für 1-zu-1-Anrufe.
Vorteile
- Individuelle Qualität pro Empfänger: Jeder Empfänger erhält die bestmögliche Qualität für seine Netzwerkbedingungen.
- Kein erneutes Kodieren auf dem Server: Der SFU leitet Streams nur weiter, ohne sie neu zu kodieren – das spart CPU-Kosten.
- Schnelles Umschalten: Der SFU kann sofort zwischen Schichten wechseln, ohne auf die Neukodierung durch den Sender zu warten.
Kompromisse
- Höhere Upload-Bandbreite: Der Sender muss 2–3 Streams hochladen (typischerweise das 1,5–2-fache eines einzelnen Streams).
- Höhere CPU-Last beim Sender: Mehrere gleichzeitige Kodierungen belasten die CPU des sendenden Geräts.