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Illustration of TURN (Traversal Using Relays around NAT) in video calling

TURN (Traversal Using Relays around NAT)

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Ein Relay-Server, der Medienverkehr weiterleitet, wenn direkte Peer-to-Peer-Verbindungen scheitern.

Was ist TURN?

Traversal Using Relays around NAT (TURN) ist ein Protokoll, das einen Relay-Server bereitstellt, über den der gesamte Medienverkehr weitergeleitet wird, wenn eine direkte Peer-to-Peer-Verbindung nicht möglich ist. TURN ist die ultimative Rückfalllösung im ICE-Prozess – wenn STUN und direkte Verbindungen scheitern, funktioniert TURN immer.

Wann TURN benötigt wird

TURN kommt zum Einsatz, wenn direkte Verbindungen durch restriktive Netzwerkbedingungen blockiert werden:

  • Symmetric NAT: Häufig in Mobilfunknetzen (CGNAT) und Unternehmensnetzwerken, wo STUN nicht funktioniert.
  • Strenge Firewalls: Unternehmensfirewalls, die alle eingehenden UDP-Verbindungen blockieren.
  • Doppeltes NAT: Mehrere NAT-Schichten, die direkte Verbindungen nahezu unmöglich machen.

Wie TURN funktioniert

Beide Peers verbinden sich mit dem TURN-Server, der eine öffentliche Relay-Adresse für jeden bereitstellt. Alle Medienpakete fließen über den TURN-Server: Peer A → TURN-Server → Peer B und umgekehrt.

Kosten und Kompromisse

  • Zusätzliche Latenz: Der Umweg über den Server fügt ~50 ms Latenz hinzu.
  • Bandbreitenkosten: Der gesamte Medienverkehr fließt über Ihre Server, was erhebliche Bandbreitenkosten verursacht.
  • Unverzichtbar: Etwa 15–25 % aller WebRTC-Verbindungen benötigen TURN. Ohne TURN-Server würde ein Viertel Ihrer Nutzer keine Verbindung herstellen können.