
Latenz
glossary.categories.technicalDie Zeitverzögerung zwischen dem Senden und Empfangen von Daten in einer Netzwerkverbindung.
Was ist Latenz?
Latenz ist die Zeitverzögerung zwischen dem Senden und dem Empfangen von Daten. Bei Videoanrufen ist es die Verzögerung zwischen dem Moment, in dem Sie sprechen, und dem Moment, in dem die andere Person Sie hört. Niedrige Latenz ist entscheidend für einen natürlichen Gesprächsfluss.
Wenn die Latenz 150–200 Millisekunden überschreitet, werden Gespräche spürbar unnatürlich – Menschen reden durcheinander, Pausen fühlen sich unnatürlich an. WebRTC ist speziell für Echtzeitkommunikation mit niedriger Latenz konzipiert, typischerweise unter 500 ms, oft sogar 100–250 ms.
Komponenten der Latenz
- Aufnahmelatenz (5–20 ms): Zeit für die Aufnahme von Audio/Video von Mikrofon und Kamera
- Kodierungslatenz (10–50 ms): Zeit zum Komprimieren der Rohdaten. Hardware-Encoder sind schneller.
- Netzwerklatenz (10–300 ms): Reisezeit der Pakete über das Internet. Meist die größte Komponente.
- Jitter-Puffer-Latenz (0–100 ms): Empfänger puffern Pakete kurz, um Jitter auszugleichen.
- Dekodierungslatenz (5–30 ms): Zeit zum Dekomprimieren der empfangenen Pakete.
- Renderlatenz (5–20 ms): Zeit zur Anzeige der Video-Frames und Audiowiedergabe.
Akzeptable Latenzschwellen
- Exzellent: <100 ms (fühlt sich sofortig an)
- Gut: 100–150 ms (kaum wahrnehmbare Verzögerung)
- Akzeptabel: 150–250 ms (leichte, tolerierbare Verzögerung)
- Schlecht: 250–400 ms (unangenehme Pausen, häufige Überlappung)
- Unbrauchbar: >400 ms (Gespräch wird sehr schwierig)
Latenz reduzieren
- Edge-Server/CDN verwenden: SFU-Server nahe bei den Nutzern bereitstellen
- Hardware-Beschleunigung: H.264/H.265 Hardware-Kodierung/-Dekodierung aktivieren
- UDP gegenüber TCP bevorzugen: WebRTC nutzt standardmäßig UDP für niedrigere Latenz
- Kabelverbindungen: Ethernet statt WLAN verwenden, wo möglich
- Kodierungskomplexität reduzieren: Einfachere Codecs (VP8, H.264) für niedrigste Latenz konfigurieren